Auswertung der Entwicklung von Umsatz,  Auftragseingängen und Beschäftigung in der hessischen M+E-Industrie

Stand: September 2010


Die mit Jahresbeginn 2010 einsetzende wirtschaftliche Dynamik in der hessischen M+E-Industrie hat sich im dritten Quartal nur gedämpft fortsetzen können. Ein Grund hierfür mag darin liegen, dass die Werte vor einem Jahr bereits den damals begonnenen Aufschwung widerspiegeln und damit die üblichen Vorjahresvergleiche bereits eine höhere Ausgangsbasis für die Berechnung der aktuellen Werte liefern. Hatten die Auftragseingänge als Frühindikator im ersten Quartal 2010 noch kräftige Impulse für die Überwindung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gegeben, so sind sie im dritten Quartal – bedingt durch einen dramatischen Einbruch der Inlandsaufträge („Basiseffekt“) im Juli 2010 – deutlich unter den Werten des vergleichbaren Vorjahresquartals geblieben. Die Entwicklung der Umsätze ist allerdings auch im dritten Quartal 2010 weiterhin stabil im zweistelligen Bereich angesiedelt; wie bei den Auftragseingängen fungieren dabei die Auslandsaktivitäten als wesentliche Impulsgeber. Im bisherigen Jahresverlauf ist es nach wie vor zu weiteren Rückgängen bei den Beschäftigtenzahlen gekommen – allerdings mit deutlich rückläufigen Abnahmeraten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Beschäftigungsentwicklung typischerweise erst nach einer anhaltend höheren Kapazitätsauslastung entscheidend verbessert.



 


Die Entwicklung der Auftragseingänge im dritten Quartal 2010 war bestimmt von einem „Basiseffekt“ im Juli, der rechnerisch einen dramatischen Einbruch um mehr als 55 Prozent bei den Inlandsbestellungen ausgelöst hat. Hintergrund für diesen Effekt war ein Großauftrag, der im Juli 2009 abgerechnet worden war. Nachdem auch im September 2010 das Vorjahresergebnis verfehlt worden ist, hat die preisbereinigte Inlandsnachfrage für die hessische M+E-Industrie im dritten Quartal 2010 um 28,3 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert gelegen. Zwar sind die Auslandsorders gleichzeitig um 16,6 Prozent angestiegen; – dies hat aber nicht ausgereicht, um die Gesamtaufträge im dritten Quartal 2010 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum ansteigen zu lassen: – sie sind vielmehr um 12,2 Prozent zurückgegangen.






Auch im dritten Quartal 2010 hat sich die positive Umsatzentwicklung in der hessischen M+E-Industrie sehr stabil gezeigt: Mit einem Plus von 17,8 Prozent im Vorjahresvergleich sind im Monatsdurchschnitt insgesamt 4,279 Mrd. € umgesetzt worden; im gesamten Quartal sind dies 12,838 Mrd. € gewesen. Dabei haben allein die Auslandsumsätze deutlich um 20,3 Prozent auf monatsdurchschnittlich 2,205 Mrd. € zugelegt; die Umsätze mit Geschäftspartnern aus dem Inland haben mit einem Anstieg von 15,2 Prozent im Monatsdurchschnitt des dritten Quartals einen Wert von 2,074 Mrd. € erreicht. Die Exportquote ist im Vergleich zum zweiten Quartal 2010 mit 51,5 Prozent nahezu konstant geblieben.






Nach dem „Umsatz-Rekordmonat“ August sind die Gesamtumsätze in den Unternehmen der hessischen M+E-Industrie im September 2010 im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 14,9 Prozent etwas schwächer, aber noch immer im zweistelligen Bereich auf 4,597 Mrd. € gestiegen. Dabei haben sich die Inlandsumsätze um 13,0 Prozent auf 2,271 Mrd. € erhöht, die Auslandsumsätze sind um 16,8 Prozent auf 2,326 Mrd. € gestiegen. Die Exportquote hat sich damit auf 50,6 Prozent vermindert.






Die Verbesserung der Wirtschaftslage hat auch zunehmend positive Wirkungen auf die  Beschäftigungsentwicklung: Mit 200.036 Beschäftigten ist im September zum ersten Mal in diesem Jahr die 200.000er - Beschäftigsgrenze überschritten worden. Damit gibt es in der größten hessischen Industrie nur 0,8 Prozent weniger Beschäftigte als im Jahr zuvor. Seit Januar 2010 wurden damit in den Unternehmen der hessischen M+E-Industrie rund 2.300 Arbeitsverhältnisse neu geschlossen.





Verglichen mit den entsprechenden Vorjahreszeiträumen hat der Beschäftigungsrückgang in den Unternehmen der hessischen M+E-Industrie im bisherigen Jahresverlauf angehalten; – allerdings mit deutlich rückläufigen Abnahmeraten: Im Durchschnitt des dritten Quartals 2010 sind mit 198.850 um 1,5 Prozent weniger Mitarbeiter beschäftigt gewesen – im ersten Quartal hatte die Abnahmerate noch 5,4 Prozent betragen. Auch in den einzelnen Monaten dieses Quartals ist die Beschäftigung langsamer als noch im jeweiligen Vormonat zurückgegangen.


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