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Entsprechend sei die konsequente Konsolidierung in den Defizitländern inklusive automatischer Sanktionen und Schuldenbremsen ohne Alternative: „Die Rettungsmechanismen EFSF und ESM signalisieren nicht nur Handlungsfähigkeit, sie füllen auch eine institutionelle Lücke in der Eurozone“, so der IW-Direktor.
Hüther stellt allerdings auch fest, dass es sich bei der Schieflage in Europa primär nicht um eine Euro-Krise, sondern um eine Krise der politischen Akteure in der Währungsunion handle. Die Kritik an der Wirtschaftsordnung selbst kann der IW-Direktor indes nicht nachvollziehen: „Es gibt jenseits der Grundsatzentscheidung zwischen Markt- und Planwirtschaft nicht die eine Wirtschaftsordnung. Wirtschaftsordnungen unterliegen Lernprozessen, sie verändern sich. Und auch heute müssen wir auf die Finanzkrise lernend reagieren.“ Die Reaktion der Politik auf die Krise werde in den einzelnen Ländern entsprechend variieren, so der IW-Direktor. Italien beispielsweise sei eigentlich ein reiches Land, in dem die Verschuldung überwiegend im öffentlichen Sektor stattfinde: "Deshalb ist es richtig, die Privaten, also beispielsweise vermögende Haushalte, an der Sanierung des Staates durch Steuererhöhungen zu beteiligen."
Um die Dynamik der Unternehmen zu erhöhen, sei eine Politik für mehr Wettbewerb gefragt, die in Portugal bereits erste Früchte trage: "Dort hat der stärkere Wettbewerb schon dazu geführt, dass sich die exportorientierten Branchen deutlich positiv entwickeln." Wichtig sei außerdem, dass die Defizitländer eine konsequente Konsolidierung betrieben und alle Euroländer mittels automatischer Sanktionen und Schuldenbremsen zu einer glaubwürdigen Selbstbindung in der Finanzpolitik fänden.
(Quelle: IW Köln, Dow Jones)